Beiträge October 2014

14/10 - Obsoleszenz und Ressourcennutzung @Jurassic Laboratory - Elektro Chance

Immer mehr Leute, immer mehr Produkte und Varianten, immer weniger Ressourcen. Produkte werden gekauft und konsumiert, doch was passiert danach? Eine kritische Auseinandersetzung mit der immer schneller eintretenden Obsoleszenz von Konsumgütern. Welche Chancen und Risiken folgen daraus?

LM 14/10 - Obsoleszenz und Ressourcennutzung

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Elektro-Schrott von gestern als Elektro-Chance von morgen – Das war das Motto des diesjährigen des Jurassic Laboratory Festivals, welches am 11. Oktober im Restaurant Parterre Luzern stattgefunden hat.

Um 10 Uhr morgens ging es für die Besucher los – eintauchen in eine kuriose Welt, in welcher die Elektro-Überbleibsel von uns allen im Fokus standen und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurden. Es gab viel zu erleben – für Gross und Klein: Bei spannenden und lehrreichen Workshops eine alte Digitalkamera auseinander nehmen oder einen Scanner in ein fahrendes Magnetfeld verwandeln? Dies und noch viel mehr konnten Tüftler, Neugierige oder auch Eltern mit ihren Kindern am letzten Samstag erleben.

Wer lieber etwas Ästhetisches in den Fokus rücken wollte konnte den riesigen Elektro-Berg bestaunen oder erklimmen, die verschiedenen ausgestellten Kunstinstallationen mit Elektroteilen bewundern oder sich beim Schmuck-Workshop begeistern lassen. Bei letzterem dienten alte PC-Platinen oder andere bunte Teile als Rohmaterial um mit viel Kreativität und Vorstellungsvermögen chice Ohrhänger, Medaillons, Ringe und vieles mehr zu entwerfen.

Wer ein Gerät nicht zu Schmuck verarbeiten, sondern es reparieren wollte, konnte dies unter Anleitung von unseren Experten ebenfalls vor Ort ausprobieren. Für Nostalgie sorgte ein BBC Computer von 1982, welcher dazu diente, am Empfang des Festivals mit einem noch älteren Lochstreifendrucker Souvenir-Billete zu drucken.

Zurück in die Zukunft oder zumindest in die Gegenwart führte uns der Vortrag von LucerneMinds, welcher die (geplante) Obsoleszenz von Geräten und die Ressourcennutzung in unserem Ökosystem in den Fokus rückte. Dabei wurde nicht nur erklärt wieso Hersteller ihre Geräte bewusst für eine kurze Nutzungsdauer bauen, sondern auch wie Push-Marketing eine ebenso grosse Rolle im sorglosen Umgang mit Ressourcen bilden kann. Standards wie Cradle-to-Cradle sorgen hingegen dafür, dass Hersteller weiter denken, als nur von ihrem Lieferant bis zur Verkaufstheke und Ratgeber-Communities wie iFixit dafür, dass Geräte selbst repariert und nicht gleich ersetzt werden müssen. 

Der Vortrag wurde mit einer vielseitigen Diskussion mit den anwesenden Besuchern abgeschlossen. In die Runde eingebracht wurden persönliche Gedanken, philosophische Fragen aber auch weitere Lösungsansätze für die Zukunft. So ist es für die einen eine spannende Aufgabe, an einem Sonntag mit den Kindern einen defekten Mixer zu reparieren statt neu zu kaufen – während dies für die anderen aufgrund der Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten nicht möglich wäre. 

Die während des Tages ausgestellten und im Einsatz gestandenen 3D-Drucker fanden auch in der Diskussion platzt. Wenn die Verbreitung dieser Geräte in Zukunft einiges grösser sein wird, werden die Haushalte nicht mehr nur konsumieren, sondern selbst produzieren (dreimensional drucken). Eine genannte mögliche Folge wären Auswirkungen auf die Bestellung/Produktion von Ersatzteilen und entsprechend auf die Lebensdauer der Produkte und die Nachhaltigkeit der verwendeten Ressourcen. So wird es wohl bald möglich sein, defekte Plastik-Teile einer günstigen Küchenmaschine selbst zu ersetzen, anstatt sie zu entsorgen und neu zu kaufen.

Bis zum Ende des „Elektro Chance“-Festivals strömten laufend weitere Besucher und Workshop-Teilnehmende an die fünfte Ausgabe des Jurassic Laboratorys. Wir, die Organisatoren, möchten uns herzlich bei allen Anwesenden bedanken, welche das Festival zu einem grossen Erfolg mit spannenden Inhalten und Bekanntschaften gemacht haben.

Geposted von Lucerne Minds am Mon, 13 Oct 2014